12.05.2026 – Vormittag
„Heute Morgen auf dem
Weg zum Grab.„
Das war das Thema.
Ich schlage nach langer Zeit mal wieder das (Original-) Tagebuch auf.
Der letzte Eintrag ist vom 13.05.2025 !
Ein Jahr
und was ist aus den Vorsätzen,
den Aussagen geworden,
die ich vor einem Jahr zu diesem Thema gemacht habe?Dazu mehr in meinem morgigen (?) Beitrag.
Vielleicht hat aber das, worüber ich eigentlich berichten wollte,
warum mir dieser Morgenspaziergang zum Mäusele berichtenswert war,
etwas mit der anderen Geschichte zu tun.
Heute Morgen.
Dicke, dunkle Wolken
und dazwischen blaue Flecken.
Schön für einen Morgenspaziergang.
7 Grad draußen (nach 20 noch vor ein paar Tagen),
etwas Wind, böig:
die dicken Schuhe,
die dicke Strickjacke,
bis zum Hals zu.
So ist es trotzdem angenehm.
Am Grab angekommen wundere ich mich,
dass die Grabkerze noch brennt,
obwohl es so böig ist.
Ich spreche ein wenig mit meinem Schatz.
Sinniere über Pflanzen, die rund um unsere kleine Grabplatte wachsen
und sich in Richtung Himmel strecken.
Bei anderren Gräbern, links und rechts,
wurden sie rausgerissen oder ganz kurz geschnitten –
es ist ja nur Unkraut.
Bei uns werden – von Zeit zu Zeit – ein paar vorwitzige Grashalme
oder Pflanzenblätter abgeschnitten, aber nur die paar wenigen,
die auf die Platte wachsen wollen; die Pflanze insgesamt bleibt erhalten,
nur ihre Wuchsrichtung wird eingeschränkt.
Aber alle 2 bis 4 Monate wird die gesamte Fläche mit dem örtlichen Rasenmäher bearbeitet, dann sieht für einige Zeit wieder alles kahl aus. – Aber die Pflänzchen geben nicht auf 🙂
Dann, wie häufig, wechsele ich die Gedankenstränge in Richtung der Sphäre meines Schatzes, dabei versuche ich, „aktive“ Gedanken zu unterdrücken und mich nur auf die Emotionen einzulassen, die Mäusken mir manchmal sendet, früher haben wir immer gesagt (ja, das gab es auch zu „Lebzeiten“ schon): „Deine Wellen haben mal wieder gewirkt!“
Dabei wende ich meinen Blick (mit geschlossenen Augen) geradeaus und in Richtung Himmel.
Wenn eine Verbindung entsteht, bemerke ich das in meinem Nacken.
Heute war zuerst nur das normale Rot der durchbluteten Netzhaut zu sehen, dann kam anscheinend die Sonne zwischen den Wolken durch und meine Sicht wurde kurzzeitig hellgelb bis hellgold, schöne Strukturen dazu und ein wohliges Gefühl breitete sich in meinem Körper aus.
Jetzt nur an nichts denken oder etwas sprachlich an Mäusken richten, dann kommt keine Verbindung zustande oder bestehende brechen ab; das Hirn (Sprache) will wieder bestimmen, statt Gefühlen, Emotionen ihren Raum zu lassen.
Heute lasse ich wirken und bleibe in meiner Meditation.
Dann werden die Farben und Strukturen wohliger und
das Gefühl im Nacken macht sich bemerkbar.
Wirken lassen …
Wirken lassen …
Ich denke: „Ist das schön!“
Der Nacken glättet sich, die tiefe Entspannung vergeht,
es bleibt – ein schönes Gefühl.
Ich drehe meinen Kopf ein Stück nach rechts,
die Augen bleiben noch geschlossen und
ein Gespräch mit Gott beginnt.
Dabei kann, muß ich denken
und kann auch offenen Auges zu Gott schauen.
Heute ist es nur ein einfaches
„Danke für die Gefühle und die Möglichkeit,
bei meinem Schatz sein zu dürfen.“
Manchmal sind es auch Bitten, z.B. für Gäste bei uns im Hospiz,
oder für mich, den richtigen Weg zu gehen,
manchmal auch nur ein Gespräch über die Dinge, die grade passieren,
die ich nicht verstehe oder nicht einordnen kann,
Smalltalk mit Gott –
ich schätze ihn so ein, dass er auch das mag.
So ein Gespräch ist natürlich kein normaler Dialog,
jedenfalls habe ich noch nie eine Stimme antworten hören,
aber manchmal kommen dann – oder kurze Zeit später –
neue Gedanken in mir hoch;
ich glaube an diese Verbindung,
früher sagte man vielleicht „Eingebung“ dazu –
aber egal wie, es ist ein schönes Gefühl.
Das sind die drei Richtungen meiner Gedanken, Gefühle,
die am Grab immer da sind:
=> in Richtung des Steins liegt die Vergangenheit
(und zum Teil die Gegenwart),
da gehen die Gedanken und Gespräche in Richtung unserer Erlebnisse, unserer Erinnerungen, insbesondere an die positiven,
aber auch die Probleme oder die unschönen Dinge, die wir im Laufe unseres gemeinsamen Lebens – es waren immerhin 52 Jahre – erfahren haben.
Oft projiziere ich dann die Erfahrungen auf die heutige Situation, auf die heutigen Probleme, um Lösungen zu finden – manchmal klappt’s, manchmal …
=> in Richtung nach vorn oben liegt die Zukunft
(und zum Teil die Gegenwart),
dort, in einer Sphäre der allumfassenden Liebe ohne Zeit und Raum,
dort, wo mein Mäusele schon ist
(und alle, die wir kannten oder auch nicht kannten),
aber auch unsere Viecher und … und … und …
Wie schon erwähnt, richte ich dorthin keine Fragen, berichte nicht, erwarte nicht,
lasse geschehen.
Emotionen, weich, sanft, entspannend, anrührend,
manchmal aufrührend, chaotisch –
wie Emotionen so sind – in mir ! – in Mäusele (?)
Aber auch hier kommt es – manchmal – zu so einer „Eingebung“ –
einer Idee, an die ich vorher nie gedacht hätte.
Naja, letzte Tage war eine Doku über die Forschung zu Trance-Zuständen bei arte:
während der Trance bildet sich im Gehirn ein ganz neues Netz von Synapsen, dadurch werden Sichtweisen und Problemlösungen auf ganz neuen Pfaden möglich – neue Ideen.
Vielleicht hat Meditation, die ja nicht ganz so tief wie die Trance geht, eine ähnliche, wenn auch nicht so ausgeprägte Wirkung.
In tiefer Meditation und Trance öffnet sich das Gehirn für andere Sphären,
bis hin zu zeitlich uneingeschränkten Sphärenübergängen.
Vieles Übernatürliche ließe sich so vielleicht erklären.
Und obwohl es mich schon interessiert, weil ich ja demnächst auch dort sein werde, keine Nachfragen.
Ich werde meine eigenen Erfahrungen machen müssen,
aber ich glaube, dieses wohlige Gefühl, das Biggi mir zukommen läßt,
ist ein gutes Zeichen.
=> dann etwas nach rechts oben,
dort verorte ich – von meinem Standpunkt aus – Gott.
Das gilt aber nur hier am Grab,
denn – von meinem Standpunkt aus – ist Gott überall und in allem,
er ist die Sphäre der allumfassenden Liebe – ohne Zeit und Raum.
Wenn ich morgens früh im Schlafzimmer den Rollladen hoch und die Fensterflügel auf mache, dann ist die Richtung zu Gott geradeaus nach oben.
Geradeaus, wo die beiden Berghänge unseres Tals sich (optisch) treffen,
nach oben, wo unser Tal auf den Himmel trifft.
Hier am Fenster danke ich jedem Morgen für diesen neuen Tag, einem Tag, an dem ich die Schönheit unseres Tals erleben kann und der mir die Möglichkeit gibt, anderen Menschen, Tieren, Pflanzen zu helfen.
Gott hat uns alles gegeben, um aus der Erde ein Paradies zu machen, die Ressourcen, die Fähigkeiten, sein Wort; leider ist die Menschheit / die Masse der Menschen noch nicht bereit, sein Wort (unabhängig von „religionsbedingten Umdeutungen“) zu leben.
Ich sage mir: Gott hat alles getan, jetzt ist der Mensch dran.
Wenn er (der Mensch) es gut macht, kann die Erde zum Paradies für alle werden, wenn er so weiter macht, wird er seine Macht auslöschen und eine andere Spezies die Gelegenheit bekommen.
Ich liebe zwar Science Fiction, aber ich denke, das ist eher Realität.
Und zur Realität gehören auch die zwei Glücksschnippsel, die ich auf den 400 Metern zurück nach Hause gefunden habe:
Die Blütenpracht der Gebüsche und Bäume auf dem ersten Teil des Rückweges ist inzwischen Vergangenheit, doch beim Kirschbaum angekommen, der vor ein paar Wochen noch so toll in Blüte stand, sehe ich heute ganz viele grüne Kugeln, nicht gerade farbenprächtig – außer, man sieht vor seinem geistigen Auge schon ein paar Wochen weiter, wenn knallrote Früchte den Baum zieren, so viele, dass Mensch und Tier sich daran laben werden.
Wie immer im Leben ein Vergehen (die Blüten) und ein Werden (die Früchte).
Das ist irdisches Leben –
Werden und Vergehen und
Werden und Vergehen und
…
Den zweiten Glücksschnippsel fand ich 20 Meter weiter.
Dort hängen am Geländer zum Kinderspielplatz vier Blumenkästen, die von den Kindern des Dorfes als Bienenweide bepflanzt wurden, was eigentlich schon an und für sich ein Glücksschnippsel ist (aber den hatte ich schon vor ein paar Wochen, als das neu war, gesammelt ;-),
aber für mich war es heute ein Google-Ersatz-Glücksschnippsel:
ich habe (auch vor ein paar Wochen) in meine Blumenkästen am Balkon Violas und Pfefferminze gepflanzt. Pfefferminzpflanzen hatte ich bestellt, aber als sie so wuchsen, erkannte ich darin keine Pfefferminze; auch der Duft der Blätter war anders. Die Verpackung war weg und in der Rechnung stand Pfefferminze.
Inzwischen bilden sich die Blüten – bläulich.
Und da sehe ich die Pflanze auch in einem der Kästen am Spielplatz – und siehe da, es steckte sogar (wieder) das Schildchen am Kastenrand – Salbei ! 🙂
Jetzt habe ich vier Salbeipflanzen, aber keine Pfefferminze – nachkaufen !
Das war also insgesamt ein schöner Tagesbeginn.
Vorher – und vorhin, als ich nach Hause kam, habe ich noch was klavieziert
(dürft ihr euch anhören – müßt ihr aber nicht 😉
Heute Nachmittag noch ins Hospiz und danach den Beitrag einstellen.
12.05.2026 – Abend
Ich habe es getan!
Wochenlang damit gerungen,
immer wieder verschoben.
Als Ergebnis der ersten Sätze von heute Morgen
– und vielleicht dem Tee (statt Wein) geschuldet – :
Ich habe mit M… telefoniert.
Ihr Bruder ist wieder krebsfrei,
es geht ihm sehr gut
– was wird ? – abwarten!
Sie feiert nächste Woche Samstag ihren 70sten nach
(Deutschland-Card buchen !)
In der Euphorie habe ich gar nicht nach B… gefragt,
aber da M… das nicht angesprochen hat …
Ich will morgen eh noch bei G… und U… anrufen, da erfahre ich dann bestimmt alles Wichtige zu B… und E…
Aber morgen will ich auch diesen Beitrag und de Mucke dazu und ein oder zwei Fotos freischalten.
Die Gedanken von einem Jahr davor.
Damals war für mich eine grundlegende Entscheidung zu treffen.
Ein Wechselbad der Gefühle, die mal gar nichts mit meinem Mäusele zu tun hatten.
Familenbande ,
Dezember 2024 – Mai 2025



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