03.08.2026
Mittagsschlaf gemacht.
Bin jetzt oft früh müde.
Gedanken ließen sich zuletzt nicht in geschriebene Worte fassen.
Der Fernseher berieselte mich in letzter Zeit mehr als sonst – stell es ab!
Aber über die Tasten konnte ich die ganze Zeit meinen Gefühlswelten Ausdruck verleihen.

88 Tasten, die Welten erklären können
Nach dem Aufstehen zog es mich ans Klavier – auf dem Weg noch aufs Außenthermometer schauen –
36° viertel nach drei –
Fenster geschlossen halten –
mit Abkühlung wird es heute vohl erst spät was werden.
Am Klavier wurde es laut, aber schön (für meine Ohren).
Der Mitschnitt bekam den Namen „Audio017 + laut“.
Meine Gedanken schweiften um die Geschehnisse des Tages; ich schrieb auf einen Zettel

Habe ich heute Vormittag richtig gehandelt?
Ich habe heute Vormittag eine Nachbarin mit ihrem Hund zum Tierazt gefahren.
Alle vier bis sechs Wochen sind wir dort. Tim ist schon ein sehr alter Hund, der starke Probleme beim Laufen hat. Es ist eine Wirbelsäulensache und eine fortschreitende Muskelschwäche. Er bekommt seit einigen Monaten (seit ich dabei bin) ein Schmerzmittel, das ich ihm jeden Morgen mit einer Kanüle ins Mäulchen spritze (das kann meine Nachbarin nicht mehr selbst) und bei jedem Tierarztbesuch ein spezielles Anabolikum (?), das dem Muskelabbau entgegenwirkt.
Ich beobachte Tim häufig beim Laufen, seine Möglichkeiten schwanken stark, aber nach der Schmerz“spritze“ ist es meist besser. Heute ging es einigermaßen.
Der Tierazt hatte gleich am Anfang schlechte Nachrichten (für Tim).
Erstens: das Anabolikum darf nicht mehr verwendet werden; der Döc sucht nach Alternativen, ist aber noch nicht fündig geworden.
Zweitens: das Schmerzmittel ist derzeit nicht auf dem Markt zu bekommen; der Döc sucht nach Alternativen, ist aber noch nicht fündig geworden.
Der Döc erklärte dann, dass Tim das ohne ein entsprechendes Muskelaufbaupräparat nicht mehr allzulange schafft. Meine Nachbarin wurde sehr traurig, er ist das Einzige Wesen, das sie noch bei ihr ist. Die Traurigkeit machte sie sprachlos, ihr Gesicht wurde ausdruckslos.
Ich lies mich trotzdem auf ein Gespräch mit dem Tierarzt bezüglich der Möglichkeiten und Konsequenzen ein, bei dem es auch darum ging, was aus Tim wird, wenn er gar nicht mehr laufen könne – im (weiten) Hintergrund „die Pflicht“ (?), ihm unnötiges Leid zu ersparen.
Im Nachhinein stellt sich mir die Frage, ob wir da nicht mehr Rücksicht auf die Nachbarin hätten nehmen müssen.
Habe ich heute Vormittag richtig gehandelt?
Die Frage wird mich wohl noch einige Zeit beschäftigen,
insbesondere weil:
Als ich mein Gedankenbuch „Time to grow“1 nach längerer Zeit mal wieder aufschlug (die letzten Wochen waren von einer Art Schreibblockade und einem Sommerblues2 geprägt), um meine, diese Gedanken aufzuschreiben, waren dort zwei Briefe (Briefentwürfe) eingelegt – welch ein Zufall (Fügung?):
ein Brief an Biggi3, den ich (leider erst) nach ihrem Tod geschrieben habe und der den Weg zu ihr in Wellenform aufgenommen hatte und inzwischen bestimmt schon bei ihr angekommen ist. Ein zweiter4, den ich auf „(außer)postalischen Wegen“ an die Empfängerin bringen konnte.
Beide Briefe haben einen eigenen Beitrag verdient.
Zu diesem Thema gehört aber nur der Brief an Biggi, darin geht es auch um das wichtige Thema richtig bzw. falsch handeln. Manchmal glaubt man richtig zu handeln und merkt viiiiiiiel später, dass man eher Scheiße gebaut hat – ich weiß, das muß in Ich-From geschrieben sein.
(Und es ist schon der zweite Blogbetrag in dem ich dieses S-Wort benutze. Nachwirkung des Sommerblues?)
- Ein Notiz- oder Tagebuch vom Häfft Verlag,
sehr empfehlenswert, da macht es Spaß Gedanken zu notieren und auch die Tinte von breitfedrigen Füllfederhaltern kommt nicht durch ↩︎ - Sommerblues gegen Sommerblues (ein Blogbeitrag) ↩︎
- WeißerLay – weiches Ei – (Ein posthumer Brief an Biggi) ↩︎
- Empathie braucht Stärke – (Ein Brief an ein Vorbild) ↩︎

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