
KI ist im Moment der Hype schlechthin,
wobei meine Betonung auf schlecht liegt.
Nicht schlecht wegen der Möglichkeiten, sondern schlecht, wegen der Ausnutzung der Nutzer.
Als ich vor rund 30 Jahren meine ersten neuronalen Netze auf meinen Testboards aufgebaut und Programmiert habe, dachte ich an die (positiven) Möglichkeiten, die die Entwicklung bringt (selbstlernende Programme, die uns helfen, Verkehr zu steuern, Routineaufgaben im Büro und auch in der Produktion (Roboter) zu erledigen, medizinischen und allgemein wissenschaftlichen Fortschritt zu fördern, beschleunigen …) – blauäugig – wie so oft, habe ich die Machtgierigen und die Aktiven der monetären dunkelen Seite nicht sehen wollen, aber die verderben einem ja so häufig den Spaß (an der Freud).
Was soll denn dieses Bild?
Ich sehe 2/3 der Menge jubeln und danach greifen
und 1/3, das die Hand schützend vor das gleißende Hell des Hypes hält.
Als Silke, unsere Pfarrerin, mir heute einen Link zu einem Podcast des HR2kultur schickte 1 – sie weiß, dass ich mit der KI-Entwicklung „verbunden“ bin – will sagen, beobachte, teste und versuche Hintergründe zu erkunden – und ich ihn gleich anhören mußte, kam der Wunsch auf, euch meinen derzeitigen Gedankenstand mitzuteilen.
Am Morgen, nachdem ich am Vortag den Podcast gehört und einen ersten Teil der „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. gelesen hatte, war ich fix und fertig – insbesondere, weil der erste Teil der Magnifica mir bewußt gemacht hat, dass die Kirche leider in den letzten 100 Jahren nichts um die Lehren gegeben hat, die die amtierenden Päpste verkündeten;
hätte sie so gehandelt, wäre der Welt viel Leid erspart geblieben.
Aus dieser Gefühlslage entstand die folgende Tastensequenz (Klavier- und Keyboardinterpretationen – irgendwie konnte ich die Finger nicht einfangen):
KI auf meinem Weg
Neuronale Netze, die waren für mich eine technische Spielerei, die ich als computerbegeisteter PC-Geburtshelfer in Medizin, bei Pferdewetten und im industriellen Vertrieb, mal so nebenbei ausprobiert habe. Konnten sie mir bei meinen derzeitigen Aufgaben helfen?
Die Zeiten von einfachen Orga-Programmen bis zur Anamneseauswertung und Entscheidungsvorbereitung für eine Gynäkolgiepraxis oder eines (erfolgreichen) Statistik- und Vorhersageprogrammes für die Plazierung von Pferderennwetten (*grins*) waren ja längst vorbei.
– Naja, KI und Pferdewetten, da geht doch noch was –
nee, ich schreib und musiziere lieber. —
Bei der Entwicklung meiner CRM-, Marketing- und Controllingprogramme, später der Anwendungsentwicklung und -programmierung, noch später als Salforce Master bei der Prozess- und Schulungsoptimierung, war parallel immer die Frage, wie kann ich die Prozesse und Programme so gestalten, dass automatisch und selbstlernend „bessere“ Prozessabläufe resultieren.
Bei der Grundlagenprogerammierung (z.B. SAP- oder Salesfoce-Basis), gingen die Überlegungen tiefer, waren damals allein die technischen Möglichkeiten Bremsklötze.
~ „damals“ – wie schnell sich die Bedeutung verändert. In unserer sich in schwindelerregender Geschwindigkeit entwickelnden Technik- und Informationswelt wurde aus einem generationsweiten „damals“ (20 Jahre?) ein technikbasiertes: „damals“ gab es noch kaum Smartphones = 10 Jahre oder „damals“ gab es nur eine dumme KI (keine „Agents“) = 2 Jahre. Wie schnell wird die Technikentwicklung werden? Kann der Mensch das leben oder wird es ihn überfordern = als Mensch vernichten, wird er zur Ressource degradiert?
In meiner Sturm- und Drangzeit waren meine Themen noch Muster-/Spracherkennung, Interferenzmaschinen (= Regelinterpreter), Expertensysteme, maschinelles Lernen, neuronale Netze mit Deep Learning und Robotik – also die „Vorläufer“ der heutigen, mit schier unendlichen Ressourcen versehenen Technik.
Hinweis: „unendliche Ressourcen“ wie auch „unendliches Wachstum“ ist eine Utopie – also fußt die Entwicklung auf schwachen Füßen – aber das will „der Mensch / die Menschheit“ nicht hören und begreifen.
Heute hat die Technik der „KI“ oder „AI“ – wie immer die PR-Experten der Anbieter es bezeichnen wollen – einen enormen Fortschritt gemacht. Wie immer eine tolle Möglichkeit, die sich der Gesellschaft, der Wissenschaft, dem Kommerz (und das ist wie immer das Wichtigste) bietet.
Es gibt viele, auch tolle Möglichkeiten, aber lassen wir uns nicht täuschen.
Später erläutere ich (und einige andere), warum unsere volle Aufmerksamkeit gefordert ist.
KI – die Machthaber
Zuerst meine Einschätzung der Männer hinter den Maschinen:
Schon früh war ich begeistert von den Möglichkeiten, die sich „einem“ eröffnen.
Schon bald mußte ich erkennen, dass das Ganze auf eine „Erzählung“ hinausläuft:
Die Datenkraken sammeln schon seit … alles, was sich irgendwie in Nullen und Einsen speichern läßt. Immer haben die Kraken dann ihre Beute in gutes Geld verwandelt (ich habe ja solche Vertriebsprogamme gebaut) . Bringe die Menschen dazu, alles was sie markttechnisch ausmacht, den Kraken zu opfern, damit sie kleine Häppchen an Info bekommen.
Die Kraken haben bemerkt, wie leicht sich diese Menschen beeinflussen und lenken lassen und je mehr Zückerli (= es ist doch viel leichter für dich oder schneller oder …) sie bekommen, desto lieber geben sie immer mehr von sich preis.
Auch ich füttere diese Kraken (inzwischen weniger und gezielter), denn ich nutz(t)e Google (Suchmaschine, Maps), Webbrowser (also das WWW allgemein), M$ Windows und Office und Linkedin, Amazon, Pinterest, Paypal, Payback, diverse Einzelhandelsapps, WhatsApp und ein Smartphone, ich gebe meine Telefonnummer bei jeder App an, die ich nutzen möchte, obwohl ich weiß, dass ich dadurch eineindeutig verknüpfbar bin (… wo war er, was kauft er, was schreibt er, wie oft ist er unterwegs, mit wem hat er sich getroffen, wer weiß davon, welche Medikamente nutzt er, bewegt er sich genug, welche Verkehrsmittel nutzt er und wann … – ich hab ja nichts zu verbergen (!) – aber was, wenn die „richtigen“ an die Macht kommen, dann bin ich schneller im Knast (oder Lager/KZ), als ich denken kann)
Zurück zu den Kraken.
Die Kraken sammeln nicht nur Daten, sie sammeln auch Geld, für ihre Herren.
Billionen ($ oder €, egal) werden so angehäuft, das Geld wird nicht extra für sie gedruckt, es wird vom „Endverbraucher“ in Form von Geld für Güter bezahlt, denn ohne die gierigen Kraken, die Geld von Herstellern und Vermarktern für die Zückerli (Zielgruppen- und peronalisierte Werbung) für ihre Herren einsammeln, wären alle Waren billiger, ja, der Einkaufskorb im Supermarkt könnte fürs gleiche Geld voller sein.
Damit das alles gut funktioniert, müssen Abhängigkeiten geschaffen oder bestehende verfestigt werden und das wird inzwischen perfektioniert.
Leider gibt es da so Störenfriede wie OpenSourceler oder sogar eine EU mit Krakenketten.
Diese Kraken haben mit ihrem neuen Fangarm, KI oder AI genannt, eine tolle Möglichkeit entwickelt, sowohl Zückerlis zu verteilen (die KI macht schon), als auch Datenfutter zu bekommen (KI liest alles, hört alles, …). Einen Haken hat das ganze aber, der Fangarm (ver-)braucht sehr viel Energie und Unmengen anderer knapper Ressourcen wie seltene Erden, Beton, Boden und Wasser, um nur die knappesten zu nennen.
Und dann noch die Krakenketten hier und da 🙁
Die Herren der Kraken sind aber inzwischen soweit, dass sie sich einen eigenen Staat leisten können, zumindest eine Regierung eines Staates, die man mit Geld und Macht ködern kann.
Wenn man dann noch überall auf der Welt die Gruppen fördert, die die Krakenherren unterstützen, weil sie Geld und Macht riechen, dann braucht man nur noch eine dumme Masse, die sich toll ausbeuten läßt.
Aber wozu ist denn die KI da? Ja, je weniger diese immaginäre Masse selbst denken muß, desto mehr Schläfrigkeit macht sich in deren Hirnen breit und das wiederum gefällt auch immer mehr anderen „Staatslenkern“. Es hat sich in den letzten Jahrtausenden anscheinend wenig geändert, nur gibt es heute viel raffiniertere Möglichkeiten.
Nur eine „Erzählung“? Nur ängstliche Hirngespinste? Nur Verschwörungstheorie?
Ja, Demokratie, die Macht des Volkes, das können „Herrscher“ nicht ertragen.
Ich bitte euch alle, achtet darauf, dass unsere Demokratie nicht von einigen wenigen zerstört wird und wir wieder in der Scheiße sitzen – wie schon so oft in der Menschheitsentwicklung. Wieder da raus zu kommen, das bedeutet viel Leid und eine lange Zeit des Neuaufbaus – bis es wieder von vorne beginnt – der Mensch / die Menschheit lernt nicht aus der Vergangenheit, selbst, wenn es nur 100 Jahre sind.
Der Podcast – zusätzliche Ideen – individuelle und politische Möglichkeiten
Ich will hier nicht den Podcast aufdröseln und in Einzelheiten beschreiben. Nur die grundlegenden Erkenntnisse / Ideen, die ich als wichtig erachte.
Ihr solltet euch den Podcast anhören, es lohnt sich wirklich, diese 55 Minuten zu investieren – ist sogar Mucke dabei – wobei ich beim Abschlusssong zuerst gegrübelt habe, mir dann aber den Text in deutscher Übersetzung ansah (klaro – wir haben damals in der Disse einfach darauf getanzt, ohne auf den Text zu achten – wäre aber sinnvoll gewesen (Aqua – Barbie Girl; super Tanzsong, aber auch super Nachdenksong)).
Hier der Link zum Podcast: „KI …“, Rainer Mühlhoff, Philosoph
Hier der Link zum Songtext: Aqua – Barbie Girl
Professor Mühlhoff beschreibt im Podcast sehr schön, wie wir im Alltag von den Krakenherren „ausgebeutet“ werden. Vieles davon war mir aus meiner eigenen Tätigkeit wohl bewußt, aber die Zusammenhänge so eingängig erklärt zu bekommen, das hat schon was.
Was mir im Hintergrund – oder unter anderer Wortwahl – in letzter Zeit immer mehr bewußt wurde, ist die antidemokratische oder wie ich es für mich bezeichnete, die faschistoide Zielrichtung dieser „Machthaber“. Aber wie Mühlhoff beschreibt, ist es die einzige Chance der „Führer“, ihr Geschäftsmodell ohne große Störungen weiterzuentwickeln und ihre Macht zu stärken und zu erweitern; Aufmüpfige müssen unterdrückt werden und das geht am besten, wenn alle Macht bei den Herrschern liegt und nicht beim Volk.
Es hätte eine gute Zukunft geben können, wenn die Datenmasse „göttlich“ genutzt würde, zum Wohle des Nächsten, der Allgemeinheit, um die weltweiten Ressourcen gerecht einzusetzen, zum Wohle des … – blauäugig wie ich bin –
… aber Macht und Gier geben eine andere Richtung vor: Ausbeutung der Menschen, Ausbeutung der Erde, Macht für wenige – soetwas habe ich immer – unwissenschaftlich, aber eben ich – als faschistisch bezeichnet (allgemein, nicht nur in Bezug auf die Krakenherren).
Mit den heutigen technischen Möglichkeiten, die in den Händen von wenigen Gierlappen liegen, ist es ein leichtes, Menschen, Organisationen, Staaten zu steuern.
„1984“ als Roman oder Film sollte zur Pflichtlektüre werden –
der Film „Die Welle“ ebenso!
(Obwohl, „Lektüre“ ist bei Filmen ja das falsche Wort. *gruebel*)
Egal, für mich als „Links-grün-versifften“ Typ, der in der Kindheit schon die Internationale gelernt und gesungen hat, im K17 diskutiert hat und als rote Socke abgestempelt wurde, konnte ich in den letzten Tagen einen schönen Traum träumen:
Alle Gewinne, die durch die Kraken (und andere Ausbeuter) eingefahren werden, kommen der Allgemeinheit zu Gute, werden für Projekte eingesetzt, die Gemeinschaft und Eigenversorgung fördern, die benachteiligten Menschen, Gruppen, Völkern die Chance geben, sich zu entwickeln – ups, in den USA bin ich jetzt schon in der Kommunistenschublade gelandet – aber träumen darf man ja.
KI, AI, AI-Agents etc. könnten so viel gutes bringen, wenn da nicht die Krakenherren wären – Gier und Macht vor Allgemeinwohl – Scheißzeit!
Für heute ist hier Schluß.
Wenn ich das Essay von Rainer Mühlhoff: „KI und der neue Faschismus“ gelesen und die Magnifica von Leo XIV. verinnerlicht habe, werde ich einen zweiten Blog diesem Thema widmen.
- „KI ist ein hochgradig ideologisch aufgeladener Diskurs“, Rainer Mühlhoff, Philosoph – ein Podcast des hr2kultur ↩︎

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